Ärztliche Erfahrung, Patientenpräferenz und Wissenschaftlichkeit: Die allgemeinmedizinische Ganzkörperuntersuchung

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/174360
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1743609
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1743609
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-27
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Joos, Stefanie (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-09
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Qualitative Inhaltsanalyse , Allgemeinmedizin
Freie Schlagwörter: Lehrforschung
Ganzkörperuntersuchung
Multiperspektivität
Teaching Research
General Practice
Multiple Perspectives
Complete Physical Examination
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Ganzkörperuntersuchungen (GKUs) spielen in der hausärztlichen Versorgung bei Neupatienten, unklaren Symptomen und Begutachtungen eine wichtige Rolle. In Tübingen wird im Rahmen eines allgemeinmedizinischen Kurses für das 6. Fachsemester vermittelt, wie eine GKU strukturiert durchgeführt wird. Ablauf, Struktur und Festlegung bestimmter Untersuchungsschritte sind jedoch bisher nicht explizit evidenzbasiert. Die Literatur zu einzelnen Untersuchungsschritten ist sehr heterogen und behandelt meist nicht den Primärsektor. Ziele dieser Arbeit waren die Exploration der Evidenz von in Tübingen gelehrten GKU-Kernuntersuchungsschritten und darauf aufbauend die Ableitung von Lerninhalten für den GKU-Kurs. Methodisch wurde die qualitative Inhaltsanalyse genutzt, um die Patientenpräferenz und ärztliche Erfahrung als Evidenzaspekt neben der Naturwissenschaft zu explorieren. Hierfür sollten gesunde Probanden aus UKT-Mitarbeitern und Simulationspatienten durch einen Facharzt für Allgemeinmedizin nach diesen Kernuntersuchungsschritten untersucht und anschließend nach einem Leitfragenkatalog interviewt werden. Darüber hinaus sollten in Baden-Württemberg praktizierende Hausärzte telefonisch mit einem eigenen Leitfragenkatalog zu ihren Erfahrungen mit der GKU interviewt werden. Die Interviews von Probanden und Hausärzten sollten in einer qualitativen Inhaltsanalyse zu je einem Kategoriensystem zusammengefasst und anschließend durch eine Triangulation integriert werden, um neue Erkenntnisse zu generieren. Es wurden 13 Probanden und acht Hausärzte in die Studie integriert. Das Kategoriensystem der Probanden beinhaltete Eigenauskunft, Erleben der GKU, Kommunikation, Beziehung mit dem Arzt und den Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung. Das Kategoriensystem der Hausärzte umfasste die Intention, Rollenverständnis, Beziehung, die GKU in der Gesundheitsversorgung und die Lehre. Die GKU stellt ein Werkzeug dar, eine nachhaltige Arzt-Patienten-Beziehung aufzubauen und einen Status Quo zu erheben. In die GKU sollten die Untersuchungsschritte Vitalparameter, Inspektion des Mund-Rachen-Raumes, 108 Herzauskultation, Lungenauskultation und -perkussion, Abdomenpalpation integriert werden. Für eine nachhaltige Arzt-Patienten-Beziehung sind ein vertrauensvolles, ehrliches Miteinander im Rahmen einer hilfreichen Hierarchie bei sensiblem Machtgefälle relevant. Dabei spielt die offene, wertschätzende Kommunikation seitens des Arztes eine zentrale Rolle. Auf Basis der Ergebnisse wurde ein angepasster Ablauf einer GKU für den Kurs im Studium sowie für das Prüfungsformat OSCE erarbeitet. Fokus des neuen GKU-Kurses soll die korrekte, modular auf Risikoprofile anpassbare, strukturierte Durchführung von evidenzbasierten Untersuchungsschritten sowie die sensible Kommunikation sein.

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