Die Präsenz Plastischer Chirurgen in Deutschland auf Instagram

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/180432
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1804328
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-121756
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-06-08
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Kolbenschlag, Jonas (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-05-13
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Freie Schlagwörter: Instagram
Plastische
Chirurgie
Social Media
Präsenz
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Inhaltszusammenfassung:

Hintergrund: Die vorliegende Arbeit untersucht die Nutzung von Instagram durch plastische Chirurgen in Deutschland, genauer unter den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC). Ziel der Untersuchung ist es, die Präsenz und das Nutzungsverhalten sowie die Art und Reichweite der Inhalte auf dieser zunehmend bedeutenden Plattform zu erfassen. Methoden: Die Stichprobe umfasste ordentliche Mitglieder der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), die in Deutschland tätig und nicht im Ruhestand sind. Die Erhebung erfolgte vom 25. Januar 2022 bis zum 4. März 2022. Dabei wurden die Instagram-Profile der Mitglieder mittels einer systematischen Onlinerecherche identifiziert und analysiert. Zur Ermittlung der Instagram-Nutzung wurde ein eigenes Instagram-Profil erstellt, mit dem gezielt nach den Accounts der Mitglieder gesucht wurde. Dabei kamen sowohl Internet-Suchmaschinen als auch die Suchfunktion von Instagram zum Einsatz. Identifizierte Profile wurden nach Art des Accounts (privat, beruflich oder beruflich und privat) sowie nach der Anzahl der Beiträge und Inhalt der Beiträge (privat, beruflich oder beruflich und privat), Follower und gefolgten Accounts analysiert. Die statistische Auswertung erfolgte mithilfe der Software SPSS, R Statistical sowie Microsoft Excel. Zur Anwendung kam unter anderem der Chi-Quadrat-Test, der exakte Fisher-Test, der Mann-Whitney-U-Test sowie der Kruskal-Wallis-Test. Ein p-Wert < 0,001 wurde als statistisch signifikant gewertet. Die Studie wurde in Übereinstimmung mit ethischen Richtlinien durchgeführt. Es wurden ausschließlich öffentlich zugängliche Daten verwendet, wodurch keine Genehmigung durch eine Ethik-Kommission erforderlich war. Ergebnisse: Von insgesamt 1281 untersuchten Mitgliedern der DGPRÄC nutzten zum Erhebungszeitpunkt 45,4 % (n = 582) Instagram. Es ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Nutzung zwischen männlichen und weiblichen Chirurgen. Die Mehrheit der aktiven Nutzer verwendete die Plattform primär beruflich (66,5 %). Hinsichtlich des Einrichtungstyps zeigte sich, dass insbesondere in Praxen tätige Chirurgen Instagram signifikant häufiger und intensiver nutzten als ihre Kollegen in Kliniken. Auch das Tätigkeitsumfeld hatte Einfluss: Während 70,6 % der Plastischen Chirurgen in Praxen Instagram nutzten, waren es in Kliniken lediglich 32,1 %. In akademischen Lehrkrankenhäusern war der Anteil aktiver Nutzer nochmals geringer (26,6 %). Die geografische Analyse zeigte eine stärkere Nutzung in urbanen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die mediane Instagram-Nutzungsdauer betrug 37 Monate, wobei ein deutlicher Anstieg der Erstnutzung insbesondere 2018 und 2019 beobachtet wurde. Zeitgleich nahmen auch der Anteil und die Häufigkeit beruflicher Inhalte zu. Diskussion: Die Ergebnisse belegen eine weit verbreitete und zunehmend berufsorientierte Nutzung von Instagram unter Plastischen Chirurgen in Deutschland. Besonders niedergelassene Fachärzte nutzen die Plattform gezielt für die Außendarstellung, zur Sichtbarkeitssteigerung und Patientenakquise. Die visuelle Natur der Plattform harmoniert mit dem ästhetischen Schwerpunkt der Plastischen Chirurgie und ermöglicht es, medizinische Leistungen effektiv darzustellen. Der deutlich geringere Nutzungsgrad in akademischen Einrichtungen könnte durch institutionelle Richtlinien, ethische Bedenken oder die Sorge um eine potenzielle Reputationsgefährdung erklärbar sein. Gleichzeitig unterstreichen die Daten die Relevanz von Social-Media als Kommunikationskanal auch in der Ärzteschaft. In Anbetracht der potenziellen Risiken, etwa durch Falschinformationen oder eine zu starke Kommerzialisierung, gewinnt die Diskussion um Verifizierung und ethische Standards an Bedeutung. Die Einführung zertifizierter Verlinkungen (z. B. über die DGPRÄC-Website) könnte dabei Transparenz schaffen und das Vertrauen der Patienten stärken. Die "Social-Media Task Force" der DGPRÄC stellt hierfür einen richtungsweisenden Schritt dar.

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