Inhaltszusammenfassung:
Anhand eines Vergleichs deskriptiven Forschungsmaterials aus teilnehmender Beobachtung in Jungen- und Mädchenheimen wird die Zurichtung von Unterschichtsjugendlichen auf stereotype Geschlechtsrollen untersucht. Diese Zurichtung - so die These des Beitrags - verlängert das Scheitern der betreffenden Jugendlichen bei ihren Versuchen, Entwürfe von normaler Identität zu verwirklichen, da sich Identität aufgrund mangelnder oder eingeschränkter anderer sozialer und ökonomischer Möglichkeiten auf die normenkonforme Geschlechtsrolle reduziert. Traditionelle Bilder von „Männlichkeit" und „Weiblichkeit" im Kontrollhandeln der Jugendhilfe und in den Orientierungen des Personals geraten für Jungen und Mädchen zu kriminalisierenden und etikettierenden Fallen, die sie auf abweichende Karrieren festlegen.