Inhaltszusammenfassung:
Die Autorin weist nach, daß bei Frauen, im Unterschied zu Männern, Sexualität eine Schlüsselkategorie für die ihnen zugewiesene Identität und ihre Beurteilung im Alltag sowie bei Behörden ist. Die Grundlage ihres „guten Rufes" bildet ihr vermeintliches Sexualverhalten, während der "gute Ruf" eines Mannes auf seine Arbeitsleistungen bezogen wird. Eine mögliche Promiskuität bleibt hierauf ohne Folgen. Der Prozeß zur Herausbildung einer restringierten Identität bei Frauen setzt früh ein; analysiert werden Aussagen von 15- bis 16jährigen Mädchen. Der Zweck des willkürlichen Einsatzes von abträglichen verbalen Mitteln gegenüber Mädchen ist es, sie gegenüber männlichen Sexualwünschen gefügig zu machen, ihre eigene Sexualität lange zu leugnen und ihr Ausleben nur in der legalen Form der für Männer vorteilhaften Einrichtung der Ehe zuzulassen.